Paranoia
Gerald ist auf dem Weg zu Anki, wieder fällt ihm ein Lieferwagen auf, in dem zwei Männer sitzen. Die Werbung von einem Handwerker steht auf dem Wagen aber warum arbeiten die Männer nicht? Werden sie für das rum sitzen bezahlt? Gerald ist irritiert, die Männer haben so kurz vor Feierabend doch keine Pause mehr. Aber was geht ihn das an, er ist auf dem Weg zu Anki, er will sie abholen, will mit ihr essen gehen und danach ins Kino. Sie muss halt auch mal unterhalten werden, man kann seine Freundin nicht nur ficken und ihr Ganja geben, man muss sie aus führen. Gerald fährt los. Irgendwie fliegt der Hubschrauber über ihm niedrig, das Rotorengeräusch begleitet ihn auf dem Weg zu Anki. Aber Gerald denkt sich nichts dabei, Hubschrauber fliegen wohl öfters mal über der Stadt herum. Er klingelt bei Anki an und sie öffnet die Tür, er geht hoch. Sie hat sich schon schick gemacht, sie tragt ein elegantes Kleid, sie hat ihre Ohrstecker an und trägt weisse Handschuhe, das verleiht ihr Klasse. Er musste sich sogar extra wegen ihr schicke Klamotten kaufen, damit sie sich so hermachen kann, er muss auch zu ihr passen. Sie ist nun nicht so elegant, dass sie nach dem Essen nicht mehr ins Kino kann aber sie macht schon was her. Gerald freut sich sie so zu sehen.
„Anki, siehst ja wieder spitze aus, würde dich am liebsten gleich ausziehen.“
„Nein, nicht schon wieder. Wir haben einen Tisch reserviert. Las uns gehen. Komm schon, ich bin soweit.“
Also gut, sie gehen los, sie fahren mit Geralds Wagen, er wird nicht trinken, aber sie werden kiffen. Gerald fährt auf den Parkplatz von der Gaststädte und parkt. Anki ist es auch aufgefallen.
„Was für ein Zufall, der Wagen hinter uns will auch hier hin zum essen.“
„Was kümmert mich das, ich bin mit bauen beschäftigt.“
„Ich mein ja nur. Bau aber nicht so viel Gras rein, Ganjaman, ich will nicht so bekifft aussehen, wenn ich da bei Kerzenschein am Tisch sitze.“
Gerald baut, er raucht an und gibt an Anki ab. Sie erklärt ihm, dass er nicht so viel Ganja hätte verbauen sollen. Aber für Gerald muss das so, er will schliesslich auch was merken und außerdem darf er nicht trinken. Sie rauchen den Joint auf, dann steigen sie aus und gehen in die Gaststädte, sie werden auf die Terrasse an ihren bestellten Tisch geführt. Auch andere Leute sitzen an den Tischen, sie unterhalten sich. Gerald bestellt eine Cola, Anki einen Wein und sie lassen die Karte kommen. Die Preise stechen schon ins Auge, 18 Euro für ein Menü, keine Vorspeise, kein Nachtisch dabei und Getränke kommen noch dazu. Aber was kümmert das Gerald? Er verdient gut und Anki gefällt das, sie ist ihm heute Abend im Bett bestimmt nicht abgeneigt. Sie bestellen. Es ist so typisch für die Frau, sie bestellt nur einen grossen Salt mit etwas Heilbutt dazu. Als ob gerade sie auf ihre Figur achten müsste. Gerald nimmt lieber das Steak mit Kroketten und einen gemischten Salat mit vielen Oliven. Anki geniest ihren Wein, Gerald darf einmal nippen. Er ist nicht so der Weinfan aber dieser Jahrgang geht. Sie essen in Ruhe auf, sie reden über dieses und jenes. Anki meint, sie wäre mit Rike in der Stadt gewesen und er müsste ihr unbedingt ein paar neue Schuhe kaufen. Gerald meint aber, dass sie bereits genug Schuhe hat, was sie bräuchte wäre ein größerer Schrank für all den Kram, den sie nicht wirklich braucht. Sie ist kurz beleidigt. Aber wenn sie die Schuhe gerne haben will, dann wird er sie ihr halt kaufen, immerhin ist sie eine gutaussehende Frau, der man ihre Wünsche erfüllen muss.
Anki sieht auf die Uhr, sie meint, dass sie sich beeilen müssen. Gerald trinkt aus und winkt den Ober herbei, er zahlt, sie gehen. Sie setzen sich wieder in den Wagen. Gerald hätte sich auch locker ein Taxi leisten können aber es ist nicht wichtig für ihn zu trinken, dann kann er auch fahren. Es ist aber wichtig zu kiffen, er fängt an zu bauen. Anki hat eine ganze Flasche Wein alleine getrunken, sie lacht ein wenig, sie ist beschwipst. Gerald raucht den Joint an, er ist ihr wieder zu stark, dann raucht er ihn halt fast alleine. Er hat aber nicht getrunken, er hat nur sein Ganja, für ihn muss es nun halt so stark sein. Gerald raucht auf und fährt los. Ein Wagen folgt ihnen. Gerald und Anke beachten ihn nicht weiter. Gerald fährt zum Kino, sie haben noch ein wenig Zeit, Gerald baut noch einen und noch einen als Reserve für die Raucherpause im Film. Sie rauchen schnell auf, nun öffnen sich die Kassen und die Menschenschlange vor dem Kino bewegt sich. Gerald und Anki verlassen den Wagen, sie zahlen schnell und betreten das Kino. Der Saal ist bereits zur Hälfte gefüllt und einige Leute kommen noch. Gerald und Anki setzen sich nicht ganz nach hinten aber doch soweit nach hinten, dass sie ungestört sind. Anki legt sich in seinen Arm, so hat er es gerne. Sie duftet heute auch ganz besonders gut, sie kauft sich von seinem Geld ja auch mehr als genug Parfüm. Nach der Werbung beginnt der Film, nun ist es leise im Saal. Alle verfolgen den Film, es ist ein Emanzipationsfilm, für Gerald ist das nicht der richtige Stoff aber Anki scheint drin auf zu gehen. In der Pause rauchen sie den Joint, nun raucht Anki auch mit, sie nüchtert ein wenig von dem Alkohol aus. Dann sehen sie den zweiten Teil, Gerald ist fast froh, dass der Film vorbei ist, sie hat den Streifen ausgesucht. Sie verlassen das Kino und gehen wieder zum Wagen. Zuerst müssen sie natürlich noch einen bauen, dann aber fahren sie los. Anki scheint irritiert zu sein.
„Sag Gerald, folgt uns der Wagen da hinter uns?“
„Quatsch, das glaube ich nicht oder meinst du, dass ich beschattet werde?“
Sie fahren ein Stück weiter und der Wagen biegt in eine andere Strasse ab, ein anderer Wagen biegt hinter ihnen ein.
„Siehst du? Kein Grund zur Besorgnis, die wollen ganz woanders hin. Wir fahren jetzt schön zu mir, dann rauchen wir einen und gehen ins Bett, ja? Ich will dich.“
Anki blickt nach hinten, sie ist High aber Gerald mag sie so. Sie passt einfach gut zu ihm, zu ihm den Ganjaman.
Jankal hat Gerald erklärt, dass er möglichst nicht Samstags vorbei kommen soll. Die Besucherräume sind mehr als überfüllt und die Bullen stehen mit der Stoppuhr da und schicken einen wieder auf die Zellen. So hat man es ihm zumindest berichtet. Also hat Anjet einen Tag frei genommen, Gerald ist unterwegs zu ihr um sie ab zu holen. Es ist für ihn noch ungewohnt früh aber sie wollen pünktlich da sein um noch genügend Zeit zu haben. Er klingelt kurz an, Anjet öffnet, sie muss natürlich noch kurz rein und irgendeinen Frauenkram machen aber dann fahren sie los. Gerald hat sich den Weg ausgedruckt, sie fahren auf die Autobahn. Gerald gibt Gas. Anjet macht ein wenig beim Smalltalk mit aber ein richtiges Gespräch bringen die beiden nicht zustande. Sie fahren ein wenig über zwei Stunden, dann verfahren sie sich, wie könnte es in einer fremden Stadt auch anders sein. Aber ein Passant hilft ihnen weiter, sie fragen nicht nach der Haftanstalt sondern nur nach der Strasse und hier finden sie auch die Haftanstalt. Es ist ein etwas neuerer Betonblock hinter hohen Mauern mit Natodraht. Es sieht hier nicht gerade wohnlich aus, aber darum geht es auch gar nicht, es geht nur darum, dass keiner abhaut. Gerald parkt den Wagen, er erklärt Anjet, dass sie früh dran sind. Er zündet einen vorgebauten Joint an und raucht. Dann aber steigen sie aus, sie finden schnell den Besuchereingang, es warten ein paar andere Leute und Gerald zieht eine Nummer. Endlich werden sie aufgerufen. Gerald und Anjet werden gefilzt. Heute hat Gerald den Gürtel von Lauren an, er schmuggelt das Dope rein, wohl ist ihm dabei nicht. Wenn die das finden hat er direkt eine Hausdurchsuchung am Hals und kann sich lebendig beerdigen lassen. Aber es wird schon alles klappen. Sie schliessen die Sachen weg, sie geben die Personalausweise ab und betreten das Wartezimmer. Sie müssen eine Weile warten, dann werden sie aber rein gerufen. Die Besucherräume sind grell weis gestrichen, sie sind nicht gerade einladend oder atmosphärisch. Aber das alles interessiert in diesem Moment nicht. Anjet hat Jankal erblickt und fällt ihm direkt um den Hals. Sie umarmen sich, er hebt sie hoch und dreht sich. Sie stehen da, sehen sich in die Augen und strahlen. Gerald kommt dazu, er gibt Jankal die Hand und dann das Geld. Sie setzen sich in den halbvollen Besucherraum. Jankal verzieht schnell seine Münzen, dann kommt er zu ihnen. Anjet stellt ihren Stuhl neben seinen und sie legen die Arme umeinander. Gerald läst die beiden erst einmal in Ruhe, da sie so weit fahren müssen haben sie eine halbe Stunde genommen, sie werden Jankal zwei mal im Monat besuchen. Jankal fängt an zu berichten.
„Die haben mich gerade aus der Fabrik raus geholt. Ist schon ätzend, wir müssen da einfach nur Metallteile lochen und dann biegen, mehr ist das nicht. Den ganzen Tag die selben drei Handgriffe, das ist monoton. Und wenn du nicht arbeitest, dann kriegst du Abzüge oder die Arbeit geht an wen anderes. Es gibt hier nicht für alle Arbeit aber ich habe welche. Wir haben hier leider keine Zellenarbeit, sonst würde ich den Mist lassen und auf Zelle arbeiten. Man, tut das gut euch zu sehen. Wie ist es bei dir, Gerald, läuft alles?“
„Es läuft alles super, die Pflanzen wachsen und gedeihen. Wenn wir schon beim Thema sind, ich reiche es eben durch. Ich hoffe, dass es erst einmal reichen wird.“
„Sicher doch, ihr kommt ja zwei mal im Monat und über den Tag kann ich ja nicht rauchen, danke Ganjaman, bist ein Freund. Ist echt mächtig stark von dir, dass du Anjet fährst. Das machen nicht alle so. Die meisten sitzen hier ganz alleine und haben keinen mehr, die werden alle fallen gelassen. Sobald man sitzt ist man allein, wenn man dann noch wen hat, der für einen da ist, dann ist man schon reich. Wirklich, ich könnte mir sonst nicht einmal einen rauchen. Ich würde mich ganz alleine in der Zelle aufhängen. Mit was zum kiffen geht das echt besser. Aber sag mal Gerald, kannst du dir nicht so einen Polinator zum Dope machen holen und ein wenig von deinem Ganja durch sieben? Ich würde gerne das Dope vom White Russian rauchen, das kommt auch besser.“
„Man, wenn ich das gute Ganja da durch jage, dann bleibt ja hinterher nicht viel über.“
„Aber das, was über bleibt ist allererste Sahne. Kannst es dir ja mal durch den Kopf gehen lassen. Und das Ganja kannst du ja trotzdem noch verkaufen, an irgendwelche Spinner oder machst halt nen besseren Kurs für nen Verkäufer. Wäre echt total krass, mal wieder vom White Russian zu rauchen. Genau das würde ich mal wieder brauchen. Das Dope rettet mich zwar aber es macht nicht so glücklich wie das White Russian, du verstehst?“
„Gut Jankal, ich jag dir ein paar Blüten durch den Polinator.“
Anjet hat aufmerksam zugehört.
„Was ist ein Polinator?“
Jankal erklärt.
„Das ist eine Siebtrommel, in die tust du die Blüten rein, die vorher im Gefrierschrank waren und dann drehst du die Siebtrommel mit einer Kurbel oder einem Motor. Die Kristalle fallen dann aus den Blüten, sie fallen durch das Sieb und man kann sie aus dem Kasten schaben und hat allerfeinstes Dope. Ist besser als die Blüten.“
Gerald ergänzt.
„Und die Blüten, die dann über bleiben sind nicht mehr so pralle. Das ist dann Tütengras.“
Anjet nickt.
„Das hat bei euch immer alles was mit dem kiffen zu tun, ihr denkt an nichts anderes.“
Jankal ergänzt.
„Kiffen und Sex, wir denken an nichts anderes, kleines.“
Jankal spricht nun zu Anjet.
„Aber ganz ehrlich, wenn ich allein mit dem anderen Typen in der Zelle sitze, dann denke ich immer an dich, dann werd ich ganz kribbelig. Ich vermisse dich total.“
„Und wie ist der andere so? Ist der in Ordnung?“
„Ich habe mich auf dem Hof bei ein paar Kiffern erkundigt. Die meinen, dass das ein Kinderschänder ist, sie meinen, dass ich bei dem aufpassen muss, der steht auf kleine Jungs.“
Anjet ist geschockt.
„Jetzt erzähl nicht so einen Mist. Man, wir glauben das sonst noch.“
„Das könnt ihr auch ruhig glauben, das ist mein ernst. Mein Zellenkumpan ist ein mieser kleiner Kinderficker, der kann sich auf der Dusche nicht sehen lassen. Das ist mein Glück, es gibt hier so etwas wie eine Rangordnung. Ganz unten sind die Kinderficker und Frauenschänder. Wenn die duschen gehen, dann werden die gefickt und verdroschen. Das lenkt die ganzen schwulen Säcke von mir ab, ist doch cool oder? Aber wist ihr, der Nachteil ist, dass der Spinner sich nicht wäscht. Der stinkt schon richtig. Ich glaub, ich muss dem mal auf Fresse haun, damit der doch mal duschen geht.“
Anjet ist merklich verstört.
„Jankal, wieso stecken die dich mit dem auf eine Zelle? Kannst du da nichts machen?“
„Ich habe bereits eine Einzelzelle beantragt. Ich könnte auch mit jemandem tauschen aber keiner will bei dem Stinker auf die Zelle, verstehst du? Da ist so noch nichts zu machen. Eine Einzelzelle kriege ich auch erst dann, wenn eine frei wird und das kann dauern. Die arbeiten hier mit einer Warteliste.“
Gerald ist auch fassungslos. Er weis nicht, was er sagen soll. Was kann er in dieser Situation auch schon sagen?“
„Jetzt macht mal nicht solche Gesichter, ich hab ja was zum kiffen, dann kriege ich das schon irgendwie hin. Ich werde das schon alles überleben, wenn ihr zu mir haltet.“
Die drei sitzen noch einen Moment beisammen. Jankal fingert ein wenig an Anjet rum aber sie will das nicht, wenn andere zusehen. Dann kommt aber der Beamte und fordert Jankal auf mit zu kommen. Gerald und Anjet verabschieden sich von ihm und verlassen die Besucherräume. Sie holen ihre Sachen aus dem Schließfach und gehen zum Wagen. Gerald weis nicht, was er nun sagen soll. Anjet schweigt. Sie steigen in den Wagen, Gerald hat noch einen Joint auf Vorrat gedreht. Er zündet ihn an, Anjet will nicht ziehen, er raucht alleine, sie schweigen. Dann bricht sie das Schweigen.
„Man, wenn der sich da mal nicht ficken läst.“
Gerald lacht kurz unterdrückt los, wird aber sofort wieder ernst.
„Das kannst du laut sagen. Ist echt ne Zumutung zu sitzen. Ich bin froh, wenn der da wieder heil raus kommt, das meine ich ernst.“
„Weis ich doch. Drück das Ding aus und fahr los. Ich habe keine Lust hier zu bleiben, mir gefällt das hier beim Gefängnis nicht.“
Gerald nimmt noch zwei Züge, dann fährt er los. Sie fahren wieder gute zwei Stunden, dann erreichen sie die Heimat. Gerald bringt Anjet heim. Inzwischen mag er sie schon richtig, er steht zwar nicht auf sie aber sie ist ein nettes Mädchen. Gerald hat noch ein bischen Zeit bis Lauren von der Arbeit kommt. Er fährt noch einen Döner essen, dann fährt er heim, er muss sich noch um seine Pflanzen kümmern. Er fährt mit dem Fahrstuhl zu seiner Wohnung hoch, er ist geschockt, die Tür ist nicht verschlossen, sie ist nur angelehnt. Hat er vergessen sie zu verschließen? Das ist ihm noch nicht ein einziges mal passiert, wie kann das sein? Er wird misstrauisch, er öffnet die Tür nur ganz langsam und horcht. Er kann nichts hören. Vorsichtig nimmt er die Magnum und geht in die Wohnung, er sieht sich um, nichts. Er geht in den Blüteraum, dann in den Vorblüteraum, nichts. Er atmet auf, es scheint noch alles an seinem Platz zu sein, es wurde nichts geklaut. Das hätte ihm auch noch gefehlt, dass jemand in seine Wohnung einbricht und ihn ausraubt. Er könnte nicht einmal zur Polizei gehen. Aber wie kann ihm das passieren, dass er die Tür offen läst? Er ist doch sonst nicht so nachsichtig. Aber so muss es gewesen sein, er hat die Tür offen stehen gehabt. Er hat Glück gehabt, dass niemand in seine Wohnung gegangen ist, das wäre dumm gewesen, wenn die betreffende Person sein ganzes Ganja gefunden hätte. Er muss sich auf den Schock erst einmal einen rauchen. Er fängt an zu mischen, setzt sich dazu in sein Sofa, dann raucht er. Zufrieden lehnt er sich zurück. Er entspannt ein wenig. Dann aber geht er in seine Pflanzräume und kümmert sich um sein Ganja, er ist nach Meinung von anderen Leuten ein Meister im Anbau von Cannabis geworden. Das hat ihm Alex gesagt und Jankal hat das bestätigt. Er kann immer den vollen Ertrag ernten, es ist immer von hoher Qualität und seine Kunden sind zufrieden mit ihm, sie nennen ihn den Ganjaman und darauf bildet Gerald sich etwas ein. Das ist ein grosses Lob an ihn. Gerald wird mit der Arbeit fertig, er setzt sich in das Wohnzimmer und raucht noch einen. Er sieht ein wenig fern. Dann aber klingelt es, das wird Lauren sein, er klingelt immer gleich. Ohne gross zu fragen öffnet Gerald die Haustür mit dem Summer und wartet in der Tür. Lauren kommt mit dem Fahrstuhl hoch.
„Hi Gerald, wie war es bei Jankal? Wie geht es ihm?“
„Dem geht es gut, wenn er was zum rauchen hat. Dann kommt er sogar damit klar, dass er mit einem Kinderschänder auf einer Zelle liegt.“
„Du machst Witze, das ist nicht dein ernst.“
„Doch, es stimmt. Jankal hat es so erzählt. Sein Zellenkumpan steht auf kleine Jungs. Aber es geht Jankal gut, er muss nun arbeiten, Metallteile lochen und biegen, den ganzen Tag das selbe. Es muss ihn ziemlich ankotzen aber was soll’s. Er kriegt wenigstens Geld dafür und kann sich was kaufen.“
„Toll, die 80 Cent die sie ihm zahlen, das ist doch wohl ein Witz.“
„Schon klar aber was willst du machen, wenn du sitzt? Da hast du keine Wahl.“
„Hast recht. Geht es Anjet gut?“
„Geht so, sie war nicht gerade angetan von dem heutigen Besuch. Aber sie hält zu ihm. Sie ist ein gutes Mädchen.“
„Dann las mal einen mischen, will mir einen rauchen, scheiss Arbeit, kennst das ja, keinem kann man’s recht machen. Da kommt der Meister und sagt das, der Chef hat es ganz anders gesagt und der Bauherr kommt auch noch dazu und hat noch eine ganz andere Vorstellung. Ist zum verrückt werden. Was ist los Gerald, stimmt was nicht?“
„Ich weis nicht, irgendwie muss ich heute morgen wohl vergessen haben meine Wohnung ab zu schliessen. Als ich wieder kam war die Tür nur angelehnt. Das ist mir sonst noch nie passiert.“
„Meinst du, dass jemand die Tür aufgeschlossen hat um in deine Wohnung zu gehen?“
„Das kann eigentlich nicht sein, es liegt doch noch alles an seinem Platz. Es hat sich hier nichts verändert. Wer sollte sich denn Zutritt zu meiner Wohnung verschaffen?“
„Die Cops vielleicht? Die haben schon ihre Möglichkeiten. Dietriche oder so was in der Richtung. Denk mal genau nach, ist dir nichts aufgefallen?“
„Ne, hier ist alles in bester Ordnung. Aber sag mal Lauren, brauchen die nicht einen Hausdurchsuchungsbefehl, wenn die bei einem in die Wohnung wollen? Die dürfen doch nicht einfach so die Türen aufschließen und bei einem rein gehen um dann wieder zu verschwinden. Wenn sie kommen, dann ficken sie einen auch.“
„Ja richtig, die dürfen das nicht aber hindert die das auch? Die sind doch krimineller als wir, ist ja nur Ganja, ist ja nichts Schlimmes. Aber die, die machen ständig irgend einen Mist. Bei der Hausdurchsuchung noch ein wenig Heroin finden oder solche Scherze.“
„Hör doch auf, mach mir mal keine Panik. Stopf du lieber die Bon, dann können wir rauchen.“
Die beiden sitzen beisammen, sie rauchen. Gerald kann die ganze Panikmache nicht gut haben, er hat halt die Tür offen stehen gelassen, das ist alles. Man muss nicht überall etwas sehen, wo nichts ist. Er will nicht an seinen Paranoia zugrunde gehen. Sie haben Jankal gekriegt und der Schock sitzt noch immer aber deswegen sind sie ihm noch lange nicht auf den Fersen. Er kann ganz ruhig bleiben, er macht sich nicht auffällig, er gibt sich nicht mit den falschen Leuten ab, er ist der Ganjaman und das wird auch so bleiben.
Pablo hat angerufen. Er weis, dass er am Telefon nicht reden darf, er hat gesagt, dass er vorbeikommen soll, so wie früher, er soll alles so machen, wie früher. Gerald hat bestätigt und aufgelegt. Das heißt, dass sie wieder Ganja haben wollen, hundert Gramm. Wenn sie es so wollen, dann bringt er ihnen hundert Gramm vorbei. Das kommt ihm ganz gelegen, er hat gerade genug von dem Zeug in seinem Außenbunker liegen. Er fragt sich, wozu er das ganze Ganja eigentlich immer noch im Außenbunker lagert. Aber er macht es halt so, Routine. Er verläst die Wohnung, er geht zum Auto und dann geht es los. Erst muss er raus aus der Stadt zu dem Wald. Er steigt aus, er blickt sich um. Etwas weiter weg parkt noch ein Wagen aber er kann niemanden sehen. Er geht in den Wald. Da parkt ein Wagen, er achtet darauf, ob jemand zu sehen ist, er kann aber niemanden erblicken. Er geht in die kleine Böschung, er kratzt sich mal wieder an ein paar Dornenranken, er hasst es. Er hat die Stelle erreicht. Schnell nimmt er das Laub von dem Eimer ab, er nimmt den oberen Eimer herunter und holt sich ein paar Beutel Ganja hervor. Sie sind alle auf 50 Gramm abgewogen. Er setzt den oberen Eimer wieder drauf, er legt das Laub zurück, dann verläst er die Böschung. Er läuft ein Stück, dann fällt ihm ein Lichtblitzen auf, er blickt in die Richtung. Im Forststand sitzt jemand mit einem Feldstecher, er hält kurz inne, er atmet auf, der Mann scheint nicht in seine Richtung zu blicken. Er geht weiter. Er erreicht sein Auto, es wäre dumm, wenn der Förster ihn beobachtet hat. Zum pinkeln würde er nicht soweit in den Wald gehen. Es wäre dumm, wenn er seinen Bunker finden würde, jetzt, wo das Laub noch nicht angetrocknet ist. Aber es wird schon nichts passieren. Er fährt los. Warum macht er sich auch immer Gedanken um diese Dinge, ihm wird schon nichts passieren, er ist zu geschickt. Er fährt in die Wohngegend von Pablo, vor dem Betonblock parkt er und geht zur Tür, er klingelt, ihm wird geöffnet und er fährt mit dem Fahrstuhl hoch. Pablo steht in der Tür, er begrüßt ihn.
„Man Ganjaman, gut dich zu sehen. Komm rein in die gute Stube. Malten ist auch da. Komm schon, ich koche dir einen Kaffe, du bleibst doch ein wenig?“
„Sicher, bin ja lange nicht mehr bei euch gewesen.“
„Wie ist es, hast du mich verstanden? Ich will heute hundert Gramm haben, nicht nur die Monatsration. Ich will zurück ins Geschäft, das ganze Kiffen kommt mich zu teuer, ich bin knapp bei Kasse, ich muss mir was verdienen.“
„Schon klar, ich hab dich schon verstanden. Ich habe die Hundert dabei. Aber koch doch erst mal den Kaffe, ich setze mich zu Malten in das Wohnzimmer.“
Gerald kennt den Weg, Malten sitzt im Sessel, er blickt ihn freudig an.
„Hey Ganjaman, gut dich zu sehen. Hast du den Stoff dabei?“
„Sicher, sag, willst du auch wieder dealen? Bist du nicht noch auf Bewährung?“
„Sicher doch aber mich erwischt doch keiner, wenn ich nicht in den Park gehe. Ich werde jetzt nur an Leute verticken, die ich kenne. Nicht mehr so wie früher. Das wird eine sichere Sache, kannst dich auf mich verlassen.“
„Man Malten, wenn du noch mal hoch gehst, du hältst die Schnauze, ist das klar?“
„Kannst dich auf mich verlassen aber ich werde nicht noch einmal hoch gehen, verstanden? Das war ein einmaliger Patzer, das passiert mir nicht wieder. Hol mal raus den Stoff, muss dir leider sagen, dass wir wieder mal ziemlich abgebrannt sind, du muss uns die Hundert auf comb geben.“
„Ist gut, ich geb euch das Zeug auf comb aber versucht mal nicht so viel davon zu rauchen, dann reicht es vielleicht auch irgendwann einmal dazu sofort zu bezahlen.“
„Ja, ist klar.“
Gerald holt die zwei Beutel aus seiner Aktivkohlentasche hervor und gibt sie Malten. Dieser macht den ersten Beutel auf, nimmt eine Knolle und beginnt zu mischen. Gerald holt seinen Beutel hervor und gibt eine Knolle dazu. Er will sich nicht durch schnorren, das hat er nicht mehr nötig. Malten mischt auf, Pablo kommt mit dem Kaffe rein und setzt sich dazu.
„Wie ich sehe hat Malten das Geschäftliche bereits erledigt. Auch gut, Gerald, das Geld kriegst du nächstes mal. Wir sind wieder total abgebrannt, sonst würden wir das nicht machen. Ist halt nicht so toll mit so wenig Geld leben zu müssen, immer kostet irgendwas Geld. Da bleibt einem nichts mehr über. Wir wollen wieder jede Woche eine Ladung, kannst uns auch ruhig 200 bringen. Wir nehmen alles, was du hast.“
„Das ist gut Pablo, ich habe gute Ernten, ich kann wohl was abgeben. Ist ein gutes Geschäft für uns alle, oder?“
„Sicher doch, wir können auf lau kiffen und du verdienst gutes Geld. Aber der Stoff ist es ja auch wert, wir nennen dich ja nicht einfach so Ganjaman.“
Malten hat aufgemischt, sie rauchen die Bon. Gerald ist dicht, er hängt eine Weile bei den beiden ab, er trinkt seinen Kaffe, dann geht er aber wieder. Er will noch zu Anki, er ist mit ihr verabredet. Er ruft besser noch schnell an, dass er später kommt bevor er fährt. Da ist wieder dieses merkwürdige Knacken in der Leitung, sein Handy ist auch schon alt, er sollte sich mal ein neues zulegen, eines von diesen Luxusteilen für 500 Euro, so ein Handy, das einfach alles kann. Er kann es sich inzwischen leisten. Anki ist froh, dass er anruft, dann kann sie noch schnell duschen. Er fährt zu ihr. Irgendwie folgt ihm wieder mal ein Wagen ein ganzes Stück, dann biegt er aber doch ab, bevor er in die Strasse zu Anki einbiegt. Früher ist ihm das nie aufgefallen, wenn ihn einer verfolgt hat, er achtet da inzwischen vielleicht schon krankhaft drauf. Es ist ganz normal, wenn jemand ein Stück lang die selbe Strecke fährt. Er steigt aus und geht zum Haus, Anki läst ihn ein und er umarmt sie in der Tür. Sie verbringen einen schönen Abend zusammen.
Es ist Wochenende, Gerald hat Lauren, Anki und Rike ein geladen. Sie wollen zusammen ein wenig warm up machen und dann auf eine Reggae Party. Gerald und Lauren haben beide keine Lust zu fahren, sie wollen lieber trinken. Gerald hat das meiste Geld, er wird das Taxi spendieren. Er hat Bier gekauft, auch eine Flasche Whisky hat er. Das harte Zeug mag er zwar nicht aber zum warm werden kommt das nicht verkehrt. Lauren hat auf dem Weg Rike und dann Anki abgeholt, sie klingeln, Gerald kennt das Klingelzeichen, er öffnet. Anki kommt als erste aus dem Fahrstuhl, sie wirft sich in seine Arme und küsst ihn. Gerald merkt es sofort, sie ist bei bester Laune. Er bittet sie alle rein und sie setzen sich an den Tisch. Gerald gibt allen ein Bier, Lauren verlangt nach einem Whisky. Also holt Gerald die Gläser und kippt den Whisky ein. Für die Frauen ein wenig weniger, sie vertragen nicht so viel. Sie trinken, sie mischen, sie rauchen. In der Zimmerecke steht der neue Polinator, den Gerald gekauft hat. Lauren hat ihn bemerkt.
„Sag Gerald, was machst du denn mit einem Polinator? Dein Ganja ist doch gut genug, da brauchst du doch nicht mehr das Harz zu extrahieren. Damit ruinierst du doch nur die Blüten.“
„Ja sicher, das habe ich Jankal auch gesagt aber er möchte so gerne Dope von dem White Russian. Und ich schüttle aus den Blüten nur einen ganz kleinen Teil vom Harz. Ich habe nachgewogen, aus 50 Gramm extrahiere ich nur zwei bis drei Gramm, mehr nicht. Und das Ganja verkauf ich dann ganz normal an die Leute. Ist halt für Jankal, nicht für mich, ich kann ja das Ganja rauchen.“
„Fährst du bald wieder hin? Ich könnte einen Tag frei nehmen, natürlich nur, wenn der Chef das mit macht. Dem kann ich natürlich nicht sagen, weswegen ich frei haben will, wenn ich dem sage, dass ein Freund im Knast sitzt, dann wird der sagen, dass der das dann auch so verdient hat und ich ihn sitzen lassen soll. Ich werde halt sagen, dass ein Freund heiratet oder so was in der Richtung. Vielleicht auch eine Beerdigung. Musst mir früh genug bescheid sagen.“
„Übernächste Woche Dienstag, passt dir das? Anjet hat sich den Tag bereits frei genommen. Wenn du willst kannst du mit kommen. Dann bin ich nicht so allein mit der Frau.“
„Ich muss mal nachfragen, ob das geht. Ich merks mir mal. Las dein Harz mal sehen.“
Gerald geht kurz in die Abstellkammer und kommt dann wieder. Er hat einen schönen Klumpen Harz. Lauren nimmt ihn und sieht ihn sich andächtig an.
„Man, das Zeug ist ja noch ganz weich. Ist ja irre, ist nicht ganz so, wie dein Erntedope aber es sieht verdammt gut aus. Wir müssen mal einen davon rauchen. Das machen wir aber, wenn wir nichts mehr vor haben. Wenn wir das jetzt rauchen liegen wir hier gleich rum und kommen nicht mehr hoch.“
„Das Zeug ist der Hammer, ich habe wenig gestreut und bin fast umgekippt. Nichts ging mehr, ich war einfach fertig. Es ist wie nach dem Sex, du bist einfach erledigt und glücklich. Es ist sau geil. Jankal wird sich vorkommen wie ein Junkie, wenn er das Zeug raucht. Es kommt sofort, wird dann aber noch stärker, ist echt geil.“
„Mach uns nicht so heiss. Also gut, Gerald, wir treffen uns alle hier bei dir und rauchen das Zeug, wir werden stoned sein, richtig erschlagen werden wir hier glücklich rum liegen. Was meist du, Rike?“
„Willst mich wieder flach legen? Mit geilem Dope? Das las ich mir gefallen, ich bin dabei.“
Anki greift nach dem Dopestück.
„Man Gerald, das ist richtig gross. Wie viel Ganja hast du dafür denn gebraucht?“
„Ein ganzes Kilo habe ich da durch gesiebt aber immer nur ein paar Gramm, damit das Ganja nicht schlechter wird. Ich will es noch für das selbe Geld verkaufen. Ihr raucht bereits das geschüttelte Ganja, ist kein Unterschied zu merken, oder Lauren?“
„Ne, das ist ganz normal. Ausserdem, der kleine Klumpen von einem Kilo Blüten, das macht nichts. Das merkt keiner. Das ist schon in Ordnung. Ist ja für unseren Freund Jankal, den Märtyrer. Der hat sich das jetzt auch verdient. Wenn wir ihn damit glücklich machen können, dann ist alles in Ordnung.“
Sie trinken das Bier, sie trinken noch einen Whisky, sie hören Reggae, die Zeit verfliegt, sie sind alle ein wenig angeheitert aber auch total bekifft. Sie fühlen sich gut. Gerald ruft ein Taxi, sie warten ein paar Minuten, dann gehen sie vor das Haus und warten. Das Taxi kommt und sie lassen sich zur Party fahren. Sie zahlen den Eintritt, sie gehen in die kühle Halle, hier stehen Sofas und Sessel rum, etwas weiter weg ist die Bar, in einem Nebenraum ist die Tanzfläche. Die Halle ist erst halb gefüllt. Gerald dirigiert die anderen zur Theke, sie bestellen Bier und suchen sich einen Sofaplatz. Sie wollen zuerst einen rauchen, nachdem sie dann das Bier getrunken haben müssen sie mit den Frauen auf die Tanzfläche. Gerald ist froh, als sie mit Tanzen fertig sind, er mag die Musik aber tanzen, das muss nicht unbedingt sein. Das ist nicht seine Welt. Sie gehen zur Theke, sie bestellen noch ein Bier und blicken sich dann nach einem Sofaplatz um. Alle Sofas sind besetzt, sie müssen sich damit zufrieden geben, dass sie stehen. Lauren hält Gerald den Personalausweis und Gerald baut. Sie rauchen den Joint an. Sie rauchen ihn in der Runde auf und werfen den Stummel weg. Genau in diesem Moment kommt ein Mann auf sie zu. Er scheint hier nicht richtig hin zu passen mit seiner Lederjacke und seinem Kurzhaarschnitt mit Koteletten. Er spricht Gerald an.
„He, ich hab da gerade mit gekriegt, dass ihr hier Haschisch geraucht habt. Sag, habt ihr noch was? Eine grössere Menge oder wist ihr, wo ich was kriegen kann?“
Gerald ist dicht, er hat getrunken und gekifft. Er sieht den Mann an, er ist nicht darauf angewiesen, mit ihm Geschäfte zu machen.
„Kann schon sein, dass wir dir weiterhelfen könnten aber weist du was, wir kennen dich nicht. Eine grössere Menge willst du haben? Wie viel ist das? Fünf Gramm oder 500?“
„Wie wäre es mit einem Kilo oder auch mehr.“
Gerald sieht ihn noch einmal genau an, er denkt kurz nach.
„Kann schon sein, dass wir weiter helfen könnten aber weist du was? Wir kennen dich nicht und du willst sofort im Kilobereich kaufen. Wer sagt mir, dass ich dir trauen kann? Wer sagt mir, dass du mir bei der Übergabe keine Knarre an den Kopf hältst und dir das Kilo einfach nimmst? Ne man, außerdem habe ich kein Kilo Ganja, versuch dein Glück woanders.“
„Man, hör mir zu, ich zahle auch gut, ich meine, ich zahle für gutes Cannabis richtig gutes Geld. 7000 für ein Kilo.“
Lauren ist baff.
„Du willst für ein Kilo 7000 Euro zahlen? Du weist doch nicht mal was du kriegst. Wir könnten dich beim Wort nehmen und dir den letzten Scheiss verkaufen, dann machen wir 4000 Gewinn und du stehst da. Ne, ganz intelligent kannst du nicht sein.“
Der Mann redet weiter auf Gerald ein, er beachtet Lauren gar nicht erst.
„Man, ich brauche das Gras unbedingt, ich habe Aufkäufer, die zahlen mir einen guten Preis. Das Zeug muss gut sein und ich brauche ein Kilo oder mehr. Kannst du mir nun helfen oder nicht?“
„Nein man, kann ich nicht und selbst wenn, ich kenn dich nicht. Ich mache keine Geschäfte mit Leuten, die ich nicht kenne.“
„Wie sieht es denn mit einer kleineren Menge aus, sagen wir 50 Gramm, das würde doch gehen, 150 wären besser.“
„Man, ich kenne dich nicht. Ein zwei Gramm würde ich dir geben damit du dir einen kiffen kannst aber alles, was drüber hinaus geht kannst du vergessen. Kannst ja so ein Arsch sein, der das direkt den Bullen erzählt, wenn sie dich kriegen. Ich mache mit dir keine Geschäfte.“
„Verdammt fick dich.“
Der Mann dreht sich um und geht. Gerald sieht Lauren und Anki kurz an, er lacht los.
„Man, was für ein Spinner, quatscht uns hier einfach auf ein Kilo an. Was denkt der, wer ich bin? Ich bin da nicht drauf angewiesen, mit ihm Geschäfte zu machen. Ich habe meine Leute und denen kann ich vertrauen. Die plaudern nichts aus, wenn sie mal hoch gehen. Da kann ich mir ganz sicher sein.“
Lauren grinst dem Typen hinterher.
„Wie der schon rumläuft, mit seiner Lederjacke und den affigen Koteletten, der sah total scheisse aus. Fehlt nur noch ein kleiner Schnurbart und er wäre der perfekte Drogenfahnder. Ist doch war. Will Geschäfte machen und kennt keine Leute, so läuft das nicht. Wenn man busines machen will, dann muss man auch die Leute kennen, sonst wird das nichts.“
Anki drückt sich an Gerald.
„Sieh mal, da wird ein Sofa frei, wenn wir schnell sind können wir uns setzen. Komm schon.“
Sie setzen sich in das Sofa, sie sind zu viert und es ist nur ein Zweisitzer aber es reicht ihnen. Gerald hat Anki auf dem Schoss, er gibt ihr das Ganja und sie baut einen. Ein Blitzlicht erhellt kurz den Raum, jemand hat ein Foto gemacht. Sie sehen in die Richtung, es ist eine Frau mit Kurzhaarschnitt, sie sieht nicht gerade so aus, als ob sie hier hin gehört. Sie fotografiert ein paar Leute, die hinter ihnen stehen. Gerald blickt sie kurz an, sie macht noch ein Foto von den Leuten, er blickt weg, es blitzt noch ein paar mal auf. Es fällt Gerald auf, dass die Leute, die fotografiert werden gar nicht in die Kamera sehen. Aber er ist schon leicht weg getreten, Anki raucht den Joint an, es blitzt, sie gibt ihn an Gerald, es blitzt, er zieht und gibt ab. Endlich verschwindet die Frau wieder und sie haben ihre Ruhe. Gerald nutzt die Ruhe um für alle Bier zu holen. Es wird später, der Reggae wummert sich in ihre Schädel, sie werden immer breiter und bekiffter. Es wird bereits wieder hell draussen, da raffen sie sich auf, sie rufen ein Taxi und fahren in die Stadt. Anki will in ein Cafe, Kaffe trinken und belegte Brötchen essen. Gerald ist einverstanden. Sie lassen sich vom Taxi in die Stadt fahren, sie gehen in das Kaffe, sie sind nicht die einzigen aber sie sind die einzigen, die gerade von einer Party kommen. Sie bestellen, sie essen, sie trinken. Nachdem Gerald für alle gezahlt hat ruft er wieder ein Taxi und sie fahren zuerst Lauren und Rike heim, sie wollen die Nacht oder eher den Tag gemeinsam verbringen. Gerald und Anki fahren weiter, sie fahren zu Gerald, er bezahlt das Taxi und sie gehen hoch in die Wohnung. Gerald ist damit einverstanden, dass sie jetzt nicht noch ficken werden, sie legen sich beide in das Bett, sie sind müde, sie schlafen fast augenblicklich ein.
Gerald hat sich um sein Ganja gekümmert, er will nun rüber zu Lauren aber vorher muss er noch in den Growshop und ein paar Sachen kaufen. Er steigt in den Wagen und fährt los. Er muss vor den Ampeln ein wenig warten, dann aber erreicht er den Growshop und parkt bei der Hintertür. Er steigt aus und geht in den Laden. Es ist wieder der kleine dicke da, er begrüßt ihn schon freudig, Gerald ist hier Stammkunde.
„Hallo Ganjaman, wie sieht’s aus? Brauchst du wieder Dünger oder kann ich dir mit ein paar Steinwolltabletts aushelfen?“
„So ein paar Sachen könnte ich wohl brauchen. Dünger und CoGr Matten. 30 Stück, hast du so viele da?“
„Sicher doch, warte, ich zähle sie dir eben ab.“
Der dicke kommt hinter dem Tresen hervor und geht zu den CoGr Matten, die Gerald braucht. Ein Mann kommt zum Laden herein. Er sieht sich mit an, wie der dicke die Matten abzählt, er stellt sich zu Gerald.
„Man, das sind aber ein menge Matten, brauchst du die alle? Bist ja schwer im Geschäft oder?“
Gerald sieht sich den Mann kurz an. Er ist leicht untersetzt, er trägt einen Strickpulli und ist unrasiert. Gerald ist der Mann irgendwie unsympathisch.
„Warum willst du das wissen?“
„Man, ich bin doch auch ein Grower, habe eine Lampe mit ein paar Pflanzen drunter. Ich könnte mal gute Stecklinge gebrauchen. Kannst du mir da vielleicht weiter helfen?“
„Man, ich kenne dich doch gar nicht. Wieso sollte ich dir helfen?“
„Ich zahle auch, 5 Eure für einen, ich bräuchte 15 Stück. Ich komme auch und hole sie mir ab, brauchst nicht extra raus fahren. Weist du, du scheinst ja etwas mehr zu machen. Ich würde mir bei der Gelegenheit auch mal gerne deine Anlage ansehen, das wäre doch möglich?“
„Hör mir mal zu, ich kenne dich nicht, ich mache mit dir keine Geschäfte, verstanden? Ich habe kein Interesse daran dir 15 Stecklinge zu verkaufen, nicht für fünf und auch nicht für zehn Euro, verstanden? Und nun kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten.“
„Jetzt sei doch nicht so gereizt. Wir können uns doch kennen lernen, einen rauchen, ich streu einen auf, was meinst du? Kannst von mir mit ziehen, ist guter Stoff. Du würdest mir echt einen Gefallen tun, wenn ich mir mal deine Anlage ansehen könnte. Ich bin noch ein Anfänger, habe nicht viel Ahnung, ich würde gerne von dir lernen.“
„Sag mal, verstehst du mich nicht? Ich hab keinen Bock auf dich, las mich gefälligst in Ruhe.“
„Aber man, wir sitzen doch alle im selben Boot, wir sind doch alles Freunde. Wir gehören doch zusammen, kannst mich doch nicht so hängen lassen.“
„Hör mal, du nervst mich wirklich. Las mich einfach in Ruhe.“
Der dicke wendet sich an Gerald.
„Brauchst du auch noch Dünger? Ich habe alles da.“
„Bedien doch erst mal unseren Freund hier, ich möchte gerne ungestört sein.“
„Ist gut. Wie kann ich helfen, der Herr?“
Der Mann ist leicht verärgert, er wollte doch mit Gerald ins Gespräch kommen.
„Ja, ich habe da so kleine weisse Tiere unter den Blättern an meinen Pflanzen. Da wollte ich mal fragen, was man da wohl machen kann.“
„Sind die kleinen Tiere weis mit einem kleinen schwarzen Punkt, haben sie acht Beine?“
„Ja, genau, was sind das für Biester? Die sind doch nicht schlimm?“
„Gut sind die bestimmt nicht. Das sind Spinnmilben. Die saugen den Pflanzensaft und schädigen die Pflanzen. Ich kann ein Spritzmittel anbieten, das kann man aber nur anwenden, wenn die Pflanzen noch nicht blühen. Nehmöl ist es.“
„Ne, die Pflanzen blühen schon, die haben nicht mehr lange. Gibt es nicht was anderes?“
„Klar doch, es gibt Nutzorganismen. Raubmilben, die fressen die Spinnmilben auf. 100 Stück kosten 13Euro50. Die vermehren sich aber noch auf den Pflanzen. Soll ich dir welche bestellen?“
„Verdammt, ich habe gerade nur zehn Euro bei, da muss ich wohl noch mal wieder kommen. Nichts für ungut.“
Der Mann geht, der Verkäufer wendet sich an Gerald.
„Immer diese Spinner, den ganzen Tag kiffen aber keine 20 Euro auf Tasche um was zum Anbauen zu kaufen. Gut das der weg ist.“
„Der war mir etwas zu aufdringlich und neugierig. Auf so schräge Vögel hab ich voll keinen Bock. Gib mir noch zwei Kanister Dünger und drei Steinwolltabletts dazu. Dann haben wir alles. Kannst mir alles zusammen rechnen.“
Der dicke stellt alles bereit und schreibt danach eine Rechnung.
„Ja, man muss vorsichtig mit solchen Leuten sein. Du läufst Gefahr, dass das so ein schwuler Ermittler ist. Du redest mit ihm, der zeichnet alles auf. Du machst Geschäfte mit dem und machst dich strafbar. Besser nicht mit Fremden reden, ist sicherer.“
„Meinst du echt, dass das ein Ziviler gewesen ist?“
„Kann ich so nicht sagen. Ich habe den schon ein paar mal gesehen. Gekauft hat der nie, der hat nur immer die Leute angequatscht. Er wollte Stecklinge oder Gras kaufen. Gibt auch welche, die haben sich auf ihn eingelassen und ihm ausgeholfen. Eigentlich müsste der inzwischen genug Leute kennen.“
„Lassen wir das Thema, was macht das heute?“
Gerald bezahlt die Wahre und trägt alles durch den Hinterausgang zum Auto raus. Der Kofferraum ist gut gefüllt mit der Wahre. Damit er die CoGr Matten später durch das Treppenhaus bekommt, ohne dass jemand sie sieht hat er sie in Mülltüten gesteckt. Die Kanister steckt er in Stoffbeutel und auch die Steinwolltabletts steckt er in Müllbeutel. So ist alles gut versteckt, nicht, dass die Nachbarn noch was zu sehen bekommen. Aber ausladen wird er erst morgen. Er will nun weiter zu Lauren und einen rauchen. Lauren hat neue Pornos gekauft, die will er mit ihm nun sehen. Gerald erreicht Laurens Wohnblock, er klingelt an und wird eingelassen. Er setzt sich in das Wohnzimmer und fängt an zu mischen. Lauren bringt einen heissen Kakao. Sie sitzen beisammen, der Porno läuft. Sie soll gerade 18 sein, sie ist schlank, sie können ihren nackten Arsch begutachten. Nun nimmt sie ein Darsteller mit reichlich großem Schwanz anal. Aber irgendwie passt das immer, der Darm scheint sich dehnen zu können. Gerald ist noch bei dem Mann im Growshop.
„Da bin ich heute Sachen kaufen, CoGr Matten und Dünger. Da kommt so ein Spinner an und quatscht mich dumm an. Ich soll ihm Stecklinge verkaufen, er will sich meine Anlage ansehen. Der wollte nicht locker lassen, der war wirklich hartnäckig. Aber ich habe mich natürlich nicht darauf ein gelassen.“
„Man, geh bloß nicht auf solche schrägen Typen ein, die ziehen die Bullen nur an. Bleib bei den Leuten, die du kennst, mehr brauchst du nicht. Wie viele Stecklinge wollte der den haben?“
„15 Stück, dafür mache ich doch keinen Finger krumm. Hab so schon genug zu tun. Ne aber der Verkäufer meinte auch, dass man vorsichtig sein muss. Er meinte, da könnten auch Fahnder rein kommen und alles mit schneiden. Denen vertickt man dann was und ist direkt am Arsch. Ne, wenn ich die Leute nicht kenne, dann mache ich mit denen auch nichts. Bin doch nicht blöde.“
Lauren zeigt auf den Bildschirm.
„Man, sieh dir das an, die kann ihre Rosette öffnen, kannst ja richtig das offene Loch sehen, geil!“
Gerald konzentriert sich nun auch auf den Porno. Die Mädchen sind vielleicht nicht mehr 18 aber sie sind jung und sie machen alles. Sie lassen sich in alle Löcher ficken und das macht ihnen Spass, das kann man sehen. Das sind richtig versaute kleine Fickluder. Gerald wünscht sich, dass das mit Anki auch so gehen würde. Er würde sich an ihr dann so verausgaben, dass gar nichts mehr gehen würde. Nach dem Porno klärt Gerald noch schnell ab, dass sie am Dienstag zu Jankal fahren, Lauren hat was von einer Beerdigung von einem Schulfreund erzählt und hat frei bekommen. Er will mit kommen.
Es ist Dienstag, es ist früh. Gerald hat sich bekifft, er hat starken Kaffe gekocht, er hat keine Zeit um sich um die Pflanzen zu kümmern, er frühstückt. Dann geht es auch schon los, zuerst holt er Lauren ab, dann fährt er weiter zu Anjet. Sie muss nicht einmal mehr ins Bad, sie kommt sofort mit zum Wagen und sie fahren los. Gerald kennt den Weg ja schon, sie fahren über die Autobahn und kommen gut weiter. Dann endlich erreichen sie die Strasse, in der sie parken. Anjet macht schon die Tür auf aber Gerald sagt ihr, dass sie noch warten soll. Er zieht einen Joint aus der Tasche und steckt ihn an. Er raucht fast alleine, für Lauren ist es noch zu früh um sich wirklich zu bekiffen. Aber Gerald braucht das jetzt. Er ist halt einer von denen, die am liebsten den ganzen Tag kiffen. Dann aber hat Gerald aufgeraucht, sie verlassen den Wagen, gehen zum Besuchereingang von der Haftanstalt und ziehen eine Nummer. Sie müssen nicht mal lange warten, dann werden sie bereits aufgerufen. Sie gehen zu dritt in den Flur mit den Schliessfächern, sie geben ihre Sachen ab und halten nur ein paar Münzen über. Lauren hat das Stück Dope in seinem Gürtel versteckt, sie werden gefilzt. Gerald ist erleichtert, als sie in den Warteraum dürfen. Sie warten ab, dann endlich werden sie auf gerufen. Jankal kommt gerade durch die Tür, Anjet fällt ihm wieder um den Hals, sie küsst ihn. Lauren gibt Jankal das Geld, sie gehen in den mäßig gefüllten Besucherraum und setzen sich an einen Tisch. Jankal kommt kurz danach rein, er hat sich ein paar Schokoladen und etwas Tabak gezogen. Er setzt sich zu Anjet, sie halten Händchen. Lauren strahlt ihn an.
„Man Jankal, ich habe mir extra den Tag frei genommen um dich besuchen zu kommen. Ist gut dich zu sehen. Man, wie geht es dir denn?“
„Ich freue mich auch euch zu sehen. Ist nicht so toll. Ich liege noch immer mit dem Perversen auf Zelle, das ist aber nicht das einzige. Einer von den Schlägern erpresst mich, ich muss ihm von jedem Einkauf was abdrücken, damit er mir nicht auf die Fresse haut. Das ist ein richtiges Tier, der hat Kampfsport gemacht und sitzt auch wegen Gewalttaten. Ich habe keine Chance gegen den. Wenn ich nicht zahle, dann kriege ich voll auf Fresse. Da hab ich keine Lust zu, er meint, dass ich mich dann von ein paar Zähnen verabschieden könnte.“
Anjet ist bestürzt.
„Aber Jankal, kannst du nicht mit den Beamten reden? Immerhin ist das doch eine Straftat, der erpresst dich doch. Da musst du doch was gegen machen können.“
„Man, wenn ich da was gegen mache, dann haben es gleich alle auf mich abgesehen. Die ficken mich dann unter der Dusche, die nehmen mich dann voll auseinander. Das mache ich nicht mit. Einer hat so was versucht, der ist nun ganz klein. Wisst ihr, das sind mehrere, die hier die Leute erpressen. Jeder, der kein Schläger ist muss abgeben, sonst gibt’s was. Die Schläger halten da alle zusammen. Wenn du einen von denen anscheisst, dann hast du direkt Stress mit all den anderen. Das ist eine Gang hier im Knast, das sind einmal die Faschisten und dann die Russen. Ich werde von so einem Fascho erpresst. Die Russen lassen mich in Ruhe.“
Gerald schluckt.
„Aber dein Dope nehmen sie dir nicht ab, oder?“
„Davon wissen sie nichts, sonst wäre ich es los. Sie würden es mir abnehmen, wenn sie davon wüsten. Aber ich hab dem Perversen gesagt, dass ich ihn umbringe, wenn er mich verrät und auch die anderen, die davon wissen halten die Schnauze, die wollen ja schliesslich mal einen mit rauchen. Sag Gerald, hast du jetzt Dope aus dem White Russian gemacht?“
„Sicher mein Freund, hab ich extra für dich gemacht. Lauren hat es.“
„Gib es mir rüber, Lauren, ich will es mir in die Hose schieben.“
Lauren reicht ihm das Stück unter dem Tisch zu, Jankal nimmt es entgegen.
„Danke euch, man, wenigstens kann ich mir noch einen kiffen. Ich muss schon meinen halben Einkauf abdrücken und ich verdiene hier nicht gerade viel, 120 Euro im Monat, wenn es hoch kommt. Wenn davon noch 40 über bleiben, dann habe ich gerade mal was für Kaffe, Tabak und Briefmarken. Gut, dass ich den Tabak nur zum kiffen gebrauche. Ist schon nicht toll hier zu sitzen. Wist ihr, hier ist immer irgendwas los, irgendwas passiert hier immer. Letztens hat sich wieder einer umgebracht, man hat hier ja nicht viel um sich um zu bringen. Nun, der hat sich die Adern aufgeschnitten, muss eine ziemliche Sauerei gewesen sein. Aber was will man machen.“
Anki ist empört.
„Erzähl uns doch nicht solche Geschichten, verdammt, das ist schon so schlimm genug, dich besuchen zu kommen. Ich will mir das nicht anhören, wie die Leute hier gefickt werden und wie sie sich umbringen. Man Jankal, las uns doch diesen kurzen Moment geniessen, so gut es irgendwie geht.“
Die vier sitzen beisammen, Jankal versucht keine Knastgeschichten mehr zu erzählen. Er streichelt Anjet lieber den Nacken. Gerald und Lauren versuchen ein wenig Smalltalk mit Jankal zu machen aber es ist schwer für sie. Sie haben nur so wenig Zeit hier im Besucherraum aber es ist so, als sei die Gefängnismauer auch hier zwischen ihnen und Jankal. Er sitzt direkt vor ihnen, ist aber dennoch nicht erreichbar. Schliesslich kommt der Beamte, die Besuchszeit ist schon wieder vorbei. Gerald, Lauren und Anjet verabschieden sich von Jankal, dieser verschwindet durch die Stahltür und die drei gehen raus, sie holen ihre Sachen ab und verlassen die Haftanstalt. Gerald ist froh, dass alles geklappt hat. Es wäre nicht aus zu denken, wenn sie mit dem Dope erwischt werden würden. Sie gehen gemächlich zum Auto. Gerald ist ein wenig angewidert.
„Verdammt, zwei Stunden hin, eine Stunde warten, eine halbe Stunde Besuch und dann wieder zwei Stunden zurück. Wir sind insgesamt sechs Stunden unterwegs um ihn eine halbe Stunde lang zu sehen. Das kotzt mich dermaßen an. Wenn wir nun wenigstens mit ihm in die Stadt gehen könnten, wir würden uns schick in ein Kaffee setzen und es uns gut gehen lassen. Man, ist das eine Ungerechtigkeit. Wenn er nun jemanden umgebracht hätte, wenn er Kinder vergewaltigen würde, das wäre was anderes. Aber er hat doch nur Ganja hoch gezogen, wo ist da denn das Problem?“
Lauren gibt ihm die Antwort.
„Ganjaman, das ist illegal, das ist das Problem. Wenn es nicht illegal wäre, dann gäbe es auch kein Problem. Wir würden dann alle bei dir sitzen und einen rauchen, so wie immer.“
Die drei erreichen den Wagen. Gerald setzt sich hinter das Steuer, er zieht einen Joint raus und raucht an. Lauren zieht nun auch. Sie rauchen in Ruhe auf. Dann fahren sie wieder zurück. Sie fahren auf dem Rückweg in eine Pizzeria und essen. Dann bringt Gerald Anjet heim und fährt mit Lauren zu sich. Sie wollen noch ein wenig zusammen sitzen und kiffen. Gerald muss sich auch noch um die Pflanzen kümmern, dazu ist er noch nicht gekommen.
Die Tage vergehen, die Geschäfte laufen gut. Pablo und Malten sind wieder im Geschäft, Gerald gibt den beiden nun jede Woche 150 Gramm, die selbe Menge gibt er an Kalle und Herbert ab. Das allein sind bereits 1200 Gramm im Monat, die weg gehen. Gerald verkauft nun nur noch wenig kleine Mengen selber, nur noch an gute Freunde. Er hat die anderen zu seinen Aufkäufern geschickt. Somit hat er weniger Stress. Er nimmt auch keine neuen Kunden mehr an, für ihn läuft alles super. Er ist der Ganjaman, er zieht das Zeug hoch, er gibt es an die Leute weiter und die sind alle zufrieden. Er verdient gutes Geld dabei und kann sich alles leisten, was er so will. Er hat nun ein teueres Handy, eine noble Designeruhr, er hat einen starken neuen Computer, eine gute Musikanlage, einen teuren Fernseher. Er geht mit Anki essen, er kauft ihr Kleidung, er gibt ihr zu kiffen. Auch Lauren zieht er mit durch, er ist immerhin sein bester Freund und hat das auch schon für ihn gemacht. Gerald kann sich wirklich nicht beschweren, es geht ihm richtig gut. Er muss zwar immer wieder Tageweise für seinen Wohlstand arbeiten und ansonsten ein paar Stunden am Tag aber er macht das alles gerne. Das ist zu seinem Leben geworden.
Das ist alles schön und gut aber Anki ist mit der Zeit ein wenig paranoid geworden. Immer, wenn er mit ihr zusammen ist meint sie beobachtet zu werden. Gerald sagt ihr dann, dass das nichts ist. Warum sollte man sich auch die Mühe machen ihn zu beobachten. Immerhin ist er doch im Drogengeschäft nur eine kleine Nummer, er arbeitet im Kilobereich, mehr ist das nicht. Aber Anki meint auch, dass sie immer so ein merkwürdiges Knacken in der Leitung hat, wenn sie mit ihm telefoniert, ansonsten hat sie dieses Knacken nicht. Aber Gerald beruhigt sie auch in diesem Punkt, das sei nur eine harmlose Störung, weiter nichts. Immerhin sei es doch total unlogisch, dass die Bullen ihn mit ihr beschatten, sie ist doch nur seine Freundin und kein potenzieller Kunde. Aber auch Kalle und Herbert sind etwas nervös geworden. Sie haben es Gerald erklärt. Sie sehen manchmal seltsame Leute, die einfach nur da stehen und sie ansehen. Sie werden auf Partys von wildfremden Leuten auf grössere Mengen Ganja angesprochen, die Leute werden richtig aufdringlich. Sie fühlen sich beobachtet. Gerald erklärt ihnen dann, dass sie paranoid sind. Er meint, dass das völlig normal ist, dass da mal jemand steht, dass man mal von einem Auto eine weile verfolgt wird. Es sei total normal, es gibt halt viele andere Menschen, man ist nicht allein auf der Welt. Gerald versteht das auch nicht ganz, kaum fangen die Leute an zu verticken, schon werden sie voll paranoid und werden verfolgt und beschattet. Wenn sie nicht verkaufen, dann achten sie auf solche Kleinigkeiten nicht, dann fällt ihnen das nicht auf, dann brauchen sie auch keine Angst zu haben. Aber Gerald ist sich sicher, diese ganze Paranoia ist unbegründet, die Leute bilden sich da was ein, was in Wirklichkeit nicht ist. Sie meinen verfolgt zu werden, sie bilden sich ein, dass überall um sie herum alles nur Bullen sind. Aber das ist nicht der Fall, so viele Bullen gibt es gar nicht.
Inzwischen ist es Herbst geworden. Gerald und Lauren haben wieder ein paar Pflanzen in die Wildnis gesetzt. Sie haben den ersten Nachtfrost abgewartet, diese Nacht war es am freiren. Die Pflanzen werden nun eingehen, sie müssen sie ernten. Richtig reif sind sich noch nicht, sie fangen leider erst so spät an zu blühen aber es sitzt gutes TütenGanja an den Pflanzen und das wollen sich die beiden nicht entgehen lassen. Man kann es noch für drei Euro verkaufen oder auch selber rauchen. Gerald hat Müllbeutel in den Wagen gepackt, es ist Sonntag. Es ist erst zwei Uhr, er will los, wenn er erntet will er auch etwas sehen. Er fährt zu Lauren, klingelt an und zusammen fahren sie weiter. Auf der Fahrt rauchen sie einen Joint, sie erreichen den Wald. Nun müssen sie nur zu der kleinen Bauschuttwiese gehen. Sie können es an dem kleinen Weg erkennen, den sie in den Rasen getrampelt haben, jemand muss hier gewesen sein, vor kurzem. Lauren zeigt es Gerald.
„Sieh mal, Gerald, der Zweig da ist abgerissen, und hier ist alles platt getrampelt. Du kannst mir erzählen, was du willst, es waren Leute hier, hier, direkt bei unseren Pflanzen. Sieh sie dir mal an, vor jeder Pflanze ist der Rasen frisch nieder getrampelt. Was denkst du?“
„Keine Ahnung, kann der Förster gewesen sein. Vielleicht hat er sich ein paar Knollen ab gemacht. Wäre doch möglich, dass der sich auch mal einen rauchen will, was denkst du?“
„Könnte sein, könnte aber auch sein, dass die Bullen hier gewesen sind. Gerald, lass die Pflanzen stehen und las uns wieder gehen. Das ist mein Ernst, ich habe keinen Bock mit so einem Mist auf zu fliegen. Du kennst meinen Chef nicht, wenn der das mit kriegt, dass ich mit so was was zu tun habe, der schmeißt mich raus. Das meine ich echt ernst.“
„Stell dich doch nicht so an. Gut, irgendjemand ist hier gewesen, du hast recht. Aber sieh mal den Trieb, der ist abgeschnitten, der hat sich die Pflanzen angesehen und sich ein paar Triebe runter geschnitten. Der wollte sich auch nur einen rauchen.“
„Wenn der sich auch nur einen rauchen wollte, wieso nimmt der dann nicht die ganzen Pflanzen mit?“
„Frag mich doch nicht so etwas. Der raucht vielleicht nur manchmal oder wollte einfach kein Arsch sein. Jetzt komm schon, las uns die Pflanzen schnell ernten. Reiß alle grossen Blätter runter, dann schneiden wir die Triebe ab und stecken sie in die Mülltüten. Mach schon, wenn du dich beeilst können wir hier auch schnell wieder weg.“
Die beiden beginnen die Pflanzen zu ernten. Sie reissen den Pflanzen die grossen Blätter runter, die kaum THC enthalten. Sie schneiden die Pflanzen klein und packen die Triebe in die Mülltüten, die sie mit gebracht haben. Endlich sind sie fertig. Sie verschnüren die Mülltüten und begeben sich auf den Heimweg. Es ist bereits dunkel, es ist bereits November. Die beiden fahren zu Geralds Wohnung. Lauren setzt sich in das Wohnzimmer und Gerald hängt die Pflanzentriebe in dem Abstellraum zum trocknen auf. Das dauert eine Weile, dann geht auch er in das Wohnzimmer. Lauren hat mit dem Rauchen auf ihn gewartet und setzt nun die Bon an. Gerald raucht nach ihm. Lauren ist das ganze doch ein wenig ungeheuerlich.
„Meinst du wirklich nicht, dass das auch die Bullen gewesen sein können? Ich meine, die nehmen doch laufend Leute mit Outdorpflanzen hoch. Vielleicht hat uns ein Förster verpfiffen.“
„Quatsch nicht. Und wenn schon, wir haben die Pflanzen jetzt abgeerntet, was soll noch passieren? Sie hängen zum trocknen auf der Leine, der Aktivkohlefilter nimmt den Geruch auf, ich mache noch ein paar Räucherstäbchen an, was soll also passieren?“
„Ja, hast wohl recht. Ist nur so ne Sache. Es ist halt ein Unterschied, ob sie einen beim kiffen erwischen oder ob sie einen mit einem Kilo erwischen. Wenn die mich kriegen, dann bin ich vielleicht arbeitslos. Ich will meinen Job aber nicht verlieren.“
„Wieso nicht? Kannst dir doch eine Wohnung nehmen und Ganja hoch ziehen. Wir werden das Zeug allemal los, ist guter Stoff. Mit deiner Arbeit verdienst du doch nichts.“
„Ne Gerald, ich hab nicht so die Nerven wie du um das zu machen. Ich bleibe lieber bei meiner Arbeit und rauche einen. Das ist für mich besser.“
Der Abend geht um, Lauren fährt mit seinem Wagen heim und Gerald kifft sich noch einen um dann schlafen zu gehen. Für ihn ist der Tag gelungen, er hat vermutlich zwei bis drei Kilo Outdoorgras geerntet, man kann es zwar nicht so gut in der Bon rauchen aber für Joints ist es super.
Gerald ist mal wieder zu dem Außenbunker gefahren. Er holt schnell vier Beutel zu 50 Gramm ab, nun muss er weiter. Er ist mit Kalle und Herbert verabredet. Er fährt mit seinem Wagen zu dem Wohnblock der beiden und klingelt. Es wird ihm geöffnet. Herbert steht oben in der Tür, er hat gute Laune.
„Der Ganjaman, komm rein, wir warten bereits auf dich. Wir haben nur noch einen einzigen Kopf, sonst ist alles weg, wieder mal sold out. Geh durch ins Wohnzimmer, ich bringe dir einen Tee.
Gerald geht in das Wohnzimmer, noch immer haben die beiden kein Sofa gekauft, er setzt sich auf die Matratze und wartet. Herbert bringt den Tee, er sagt Kalle bescheid, dass er da ist und die beiden setzen sich zu Gerald dazu. Kalle fängt an.
„Man Ganjaman, wenn du uns irgendwie mehr geben kannst, das wäre echt super, die Leute kaufen uns alles ab. Unser neun Euro Kurs wurde sogar überboten, die Leute zahlen auch zehn Euro, wenn sie dann was bekommen können. Musst du dir mal vorstellen, ist ein gutes Geschäft für mich. Und deine Erntereste gehen auch gut weg. Ist super Tütengras. Also mein Kompliment, Ganjaman, ist echt alles allererste Sahne. Hier, dein Geld. 975 Euro von uns beiden.“
Gerald holt sein Ganja aus dem Aktivkohlebeutel. Er wirft den beiden die drei Beutel zu, er nimmt das Geld, er vertraut den beiden und steckt es ein.
„Freut mich, dass ihr gut zufrieden seid. Ist halt gutes Ganja, so was kriegt man nicht überall, sonst könnten wir es kaum zu den Kursen verkaufen, oder? Last uns mal einen Rauchen, ich habe Lungenschmacht.“
Die drei sitzen beisammen, Kalle mischt auf und Herbert macht das Schilum von der Bon sauber. Irgendetwas ist in dem Flur zu hören, Gerald sieht zur verschlossenen Tür.
„Sag, habt ihr noch Besuch? Irgendwas habe ich da bei euch auf den Flur gehört.“
Genau in diesem Moment hören sie ein Jetzt, die Tür geht auf und Männer kommen herein. Gerald ist geschockt, was geht hier ab, was sind das für Leute? Auch Kalle und Herbert durchfährt ein Schock, Gerald kann es genau sehen, dass sie durch die Situation überrascht werden. Sie sehen, dass die Männer bewaffnet sind, sie haben die Hand an der Waffe und verteilen sich vor der Tür. Einer der Männer kommt auf sie zu und zeigt ihnen etwas, das wie ein Ausweis aussieht. Gerald erkennt den Mann wieder, der hat ihn auf der Reggaeparty vor ein paar Wochen auf Drogen angehaun.
„Gestatten, Palsus, Drogenfahndung. Ihr seid alle auf frischer Tat erwischt worden, ihr seid fest genommen wegen Drogenbesitz und Drogenhandel. Aufstehen, Hände an die Wand und Beine breit machen. Los, durchsucht die drei.“
Gerald wird kreidebleich, verdammt, das ist noch schlimmer als der Tag, an dem er ausgeraubt wurde. Verdammt, die Drogenpolizei, sie haben ihn erwischt und er hat gerade auch noch Ganja vertickt, er hat über tausend Euro auf Tasche. Herbert springt auf, er weicht von den Beamten zurück.
„He Leute, ich habe mit dem ganzen nichts zu tun, ich sitze hier nur und kiff mir einen. Das ist nicht mein Deal, verstanden? Ich bin völlig unschuldig.“
Der Beamte geht einen halben Schritt auf ihn zu.
„Du willst völlig unschuldig sein? Wir haben Videoaufnehmen und Tonbänder, die das Gegenteil beweisen. Wir haben dich beim Verkaufen beschattet, wir haben ein Richtmikrofon auf eure Wohnung ausgerichtet und vorhin alles mit geschnitten. Ihr drei habt hier ein Drogengeschäft durch gezogen und wir haben euch auf frischer Tat ertappt. Also los, alle aufstehen, Hände an die Wand und Beine auseinander, wirts bald oder soll ich euch helfen?“
Gerald steht langsam auf, er befolgt den Befehl. Die Beamten sind bewaffnet, sie haben Walkitalkis, sie sprechen mit dem Revier. Der Beamte Palsus spricht nun in das Walkitalki, die anderen Beamten durchsuchen sie und legen ihnen Handschellen an.
„Hallo Wache, ja ich bin’s. Wir sind nun in der Wohnung und haben die drei auf frischer Tat ertappt. Wir nehmen hier gerade alles auseinander. Ihr könnt nun ausrücken und euch Zutritt zur Wohnung von Herrn Kandal verschaffen. Fahrt direkt mit Lieferwagen raus, bei dem muss die ganze Wohnung voll stehen. Und zu den anderen beiden Herren könnt ihr auch fahren. Nehmt sie einfach fest und durchsucht die Wohnung von denen, wir haben genügend Beweise. Und dann ist da noch Herr Lambad, zu dem fahrt ihr auch und nehmt die ganze Wohnung auseinander. Gegen den haben wir auch Beweise. Ende.“
Es kommen weitere Beamte in die Wohnung, einer von ihnen hat Gummihandschuhe an und eine Taschenlampe dabei. Der Fahnder ist erfreut.
„So Männer, nun last einmal die Hosen runter, damit mein Kollege sich das mal ansieht, nicht dass ihr welche von der Sorte seid, die sich noch was in den Arsch geschoben haben.“
Herbert dreht sich zu dem Beamten um.
„Das ist jetzt nicht euer ernst, oder? Was sollen wir uns denn in den Arsch schieben? Ihr sucht doch Mengen und Mengen passen bestimmt nicht in den Arsch. Das ist jetzt doch reine Schikane, das mache ich nicht mit.“
„Ruhig und Hosen runter, oder sollen wir dir helfen?“
„Ich mach dass nicht, ich nicht, das macht ihr nicht mit mir.“
Der Beamte wendet sich an zwei Uniformierte.
„Los, festhalten und aufs Bad, der wird jetzt erst mal abgeführt.“
Die zwei Beamten gehen auf Herbert zu, dieser fängt an zu schreien, er schlägt und tritt, die Beamten ziehen den Gummiknüppel und schlagen zu, Herbert wird ruhiger. Sie schleppen ihn auf das Bad. Der Beamte mit den Gummihandschuhen holt ein paar Sachen aus seiner Tasche und geht auf das Bad. Wenig später hören sie Herbert schreien, dann ist es ruhig, alles ist vorbei. Der Fahnder ist zufrieden.
„Na also, geht doch. Wie ist es mit euch, wollt ihr auch einen Einlauf?“
Gerald ist fertig mit den Nerven, er schüttelt den Kopf. Kalle gibt auch nach.
„Dann mal an die Wand und Hosen runter.“
Der Beamte mit den Gummihandschuhen kommt wieder rein, er hat die Taschenlampe dabei, Gerald blickt rüber. Kalle steht mit runtergelassener Hose an der Wand, der Beamte blickt ihm mit der Taschenlampe in den Arsch.
„Der könnte mal Klopapier benutzen, sonst ist er aber sauber.“
Der Mann kommt zu Gerald rüber.
„Der hier ist sauber. Das war’s dann wohl. Ich geh mal wieder.“
Gerald zieht die Hose wieder hoch. Der Fahnder grinst ihn hämisch an.
„Na seht ihr, war doch gar nicht so schlimm. Nur mal eben rein schauen ob da was drin steckt. Mehr war das doch gar nicht.“
Gerald schluckt. Die ganze Aktion ist von langer Hand geplant gewesen. Die Beamten haben alle auf Abruf gewartet. Sie werden nun seine Wohnung hoch nehmen, die anderen beiden, von denen der Fahnder am Walkitalki geredet hat werden Pablo und Malten sein. Aber was wollen sie von Lauren? Gerald ist schwach auf den Beinen. Der Beamten hat ihm jetzt noch die Handschellen etwas zu straff angelegt aber er beschwert sich nicht. Er hat einen stillen Nervenzusammenbruch, er weint leise. Nun ist er fällig, nun haben sie ihn hoch gehen lasse, nun ist er am Arsch. Sie werden ihn und seine Freunde ins Loch werfen, so wie sie es mit Jankal gemacht haben.
Die Beamten haben Geralds Taschen entleert, stolz öffnen sie sein Portmonee und holen die 1260 Euro heraus, die er hat. Der Fahnder tritt auf ihn zu.
„Sie an, mein Freund. Du hast das ganze Geld, deine Freunde haben das Gras und in deiner Tasche ist sogar noch mehr. Wolltest du noch schnell woanders ein Geschäft abwickeln? Du weist ja, alles was du jetzt sagst kann später gegen dich verwendet werden. Du solltest dir wohl einen Anwalt nehmen, immerhin handelt es sich hierbei um Bandenwesen.“
Gerald schluckt. Er weis zwar noch nicht genau, wie hoch das Strafmass für Bandenwesen aussieht aber er kann sich denken, dass es das nicht besser machen wird. Aber das Schlimmste an all dem ist, dass er nun sozusagen der Hintermann ist, er ist der grosse Fisch am Haken, alle anderen Beteiligten hat er da mit rein gerissen. Er ist derjenige, um den es bei der ganzen Sache eigentlich geht. Alle anderen Beteiligten dienen den Bullen doch nur als Beweismittel gegen ihn. Er antwortet dem Beamten nicht, er sagt erst einmal gar nichts. Aber Kalle kann nicht schweigen.
„Man, was wollt ihr denn von uns, habt ihr sonst nichts zu tun? Verdammt, wir machen hier doch nur mit Ganja, da ist doch nichts Schlimmes dabei. Ausserdem sind wir auch keine Kinder sondern erwachsene Leute, warum wollt ihr uns das denn verbieten, was daran ist denn so schlimm?“
Der Beamte läst sich darauf ein.
„Weist du, ich denke da gar nicht drüber nach. Das ist verboten, warum kann mir egal sein, meine Arbeit ist es Leute wie euch dran zu kriegen, euch vor den Richter zu bringen. Das allein ist relevant. Da brauchen wir auch gar nicht drüber zu diskutieren, ich habe euch dran gekriegt, ich habe euern ganzen Drogenring ausgehoben und da kommt ihr nicht wieder raus. Euch nehme ich alle zusammen mit, ich führe euch vor den Richter und der wird euch mit hoher Wahrscheinlichkeit erst einmal in U-Haft nehmen. Ihr könnt euch das auch selbst danken oder wusstet ihr nicht, dass es illegal ist Cannabis zu besitzen und zu handeln?“
„Aber was ist mit den ganzen Kinderschändern, den ganzen Heroindealern? Die laufen frei rum und uns nimmst du hoch? Denk doch mal nach, da stimmt doch was nicht.“
„Für Kinderschänder bin ich nicht zuständig und Heroindealer gehen auch laufend hoch, ist auch illegal, verstanden? Und nun erst einmal Ruhe, last die Beamten erst einmal suchen.“
Die ganze Wohnung ist auf einmal voll mit Beamten, in Uniform, ohne Uniform, sie alle suchen in der Wohnung nach Ganja und Bargeld. Sie finden ein weiteres Beweismittel, einer der Beamten bringt eine Digitalwaage aus Kalles Zimmer in das Wohnzimmer. Der Beamte sieht sie zufrieden an.
„Wir haben alles, was wir brauchen. Dealgeld, Drogen, eine Dealerwaage, sogar KVTs haben wir gefunden. Eure Handys werden wir natürlich auswerten. Mal sehen, was dabei so rum kommt. Vielleicht haben wir ja noch ein paar Hauptdarsteller übersehen aber ich glaube kaum, wir haben euren Drogenring gut durchleuchtet. So, ich glaube, dass wir das hier soweit haben. Dann geht das jetzt erst einmal auf die Wache. Mal sehen, was ihr dazu zu sagen habt. Los, nehmt sie mit, wir fahren, die anderen bleiben noch und nehmen alles auseinander. Ach ja, Herr Kandal, deinen Wagen filzen wir natürlich auch, die Wanze bauen wir wieder aus und dann wird der Wagen konfisziert und verkauft. Also los jetzt.“
Gerald muss schon wieder schlucken, die hatten seinen Wagen verwanzt. Was haben die sonst noch alles gemacht? Er ist ziemlich fertig, er will nur noch seine Ruhe haben und einen rauchen. Er will mit Anki zusammen sein und die Nacht mit ihr verbringen, das alles ist dann nur ein Alptraum gewesen. Aber leider ist es nicht so, der Alptraum ist Realität, sie werden zu dem Polizeibuli geführt und abtransportiert. Sie werden zur Wache gefahren. Gerald würde den beiden jetzt gerne noch etwas sagen aber ein Beamter sitzt bei ihnen und passt auf, dass sie nicht reden. Sie erreichen die Wache und steigen aus. Der Fahnder ist auch schon da.
„So, die beiden könnt ihr direkt zu den Kollegen bringen, da können sie eine Aussage machen. Herrn Kandal nehme ich mal mit, mal sehen, was er zu sagen hat. Mit kommen.“
Es geht über den Flur in ein Zimmer mit mehreren Beamten. Nun werden erst einmal die Fingerabdrücke genommen und die Fotos von ihm gemacht. Das dauert ein wenig. Die Beamten machen ein paar Scherze über ihn, Gerald ist nicht nach lachen zumute. Dann winkt ihm der Fahnder zu, er soll hinterher kommen. Gerald folgt dem Beamten, er führt ihn in ein Büro, er soll sich setzen. Er gehorcht. Mit den Handschellen kann er ohnehin nichts machen und so, wie er sich fühlt kann er sich auch nicht wehren. Der Beamte setzt sich an den Schreibtisch, er sieht Gerald an.
„So, dann wollen wir einmal los legen. Ich werde nun meinen Bericht schreiben, du kannst ihn dir durchlesen und dann eine Aussage machen. Danach werde ich dich dem Richter vorführen. Also, fangen wir an, es wird etwas dauern. Da kommt immerhin einiges zusammen.“
Der Beamte fängt an auf dem Computer zu schreiben. Es vergeht bestimmt eine Stunde, vielleicht sind es zwei, Gerald weis es nicht, er ist fertig, er sitzt einfach da und wäre am liebsten Tot. Der Beamte scheint fertig zu sein.
„So, ich lese es am besten eben vor, also: Herr Gerald Kandal wurde in der Wohnung seiner Komplizen aufgegriffen. Er hatte den beiden soeben eine grössere Menge Cannabis verkauft. Es konnten 200 Gramm sichergestellt werden. Zudem wurden 1260 Euro Dealgeld aus dem Portmonee des Beschuldigten sicher gestellt. Es ist offensichtlich, dass der Beschuldigte nicht das erste mal an die beiden Komplizen Cannabis verkauft. Das Verkaufsgespräch wurde als Beweismaterial aufgenommen. Zeitgleich mit der Durchsuchung der Wohnung wurde auch die Wohnung von Herrn Gerald Kandal auf geschlossen um sie zu durchsuchen. Die Beamten haben gemeldet, dass in zwei Räumen Cannabis in beträchtlicher Menge kultiviert wird. Es wurden insgesamt rund 160 Pflanzen sicher gestellt, 54 davon erntereif. Des Weiteren konnten noch 28 Gramm Cannabis sichergestellt werden sowie noch 1560 Euro gefunden wurden. Es ist offensichtlich, dass Herr Kandal nicht alleine gearbeitet hat, er hat in einem Drogenring operiert. Zwei weitere Komplizen, die für ihn verkauft haben konnten in ihrer Wohnung gestellt werden. Das übliche Dealerwerkzeug wurde sicher gestellt, es wurde Cannabis und Dealgeld beschlagnahmt. Aber noch eine sechste Person konnte aufgegriffen werden, die vermutlich nicht unwichtig ist. Herr Lauren Lambad ist ein Helfer von Herrn Kandal. Er ist vermutlich maßgeblich für den Aufbau der Anbauräume verantwortlich und hilft Herrn Kandal bei Arbeiten wie das Ernten eines Outdoorfeldes mit Cannabis. Herr Kandal ist jedoch der Kopf dieses Drogenrings, der hier ausgehoben wurde, es ist zu befürchten, dass dieses nur die Spitze des Eisbergs ist und noch weitere Personen in der Weise wie Herr Kandal Cannabis anbauen. Herrn Kandal wurden die Beschuldigungen erläutert, er wird nun gebeten eine Aussage zu machen.“
Der Beamten blickt von seinem Bildschirm auf, er blickt Gerald an.
„Nun, wie sieht es aus? Willst du eine Aussage machen? Alles, was du jetzt sagst kann gegen dich verwendet werden, du kannst die Aussage auch verweigern.“
„Ich sage nichts.“
„Dann tipp ich das mal schnell zu ende.“
Der Beamte tippt noch ein paar Wörter, er druckt den Text aus und hält ihn Gerald mit einem Stift hin.
„Dann unterschreib mal schnell, dann geht es auch schon weiter.“
Gerald list die letzten Zeilen, da steht, dass er beleert wurde und die Aussage verweigert. Er unterzeichnet. Der Beamte ist zufrieden.
„Gut so, dann kannst du jetzt mit kommen. Los, aufstehen.“
Gerald folgt dem Mann, er wird in den Keller gebracht, er wird in eine Zelle gesperrt.
„Du musst noch auf den Richter Warten, der wird dann darüber entscheiden, ob du in U-Haft kommst oder ob wir dich bis zur Verhandlung laufen lassen. Sieht aber nicht so gut aus, bist ein Schwerverbrecher.“
Der Fahnder verschwindet, zwei andere Beamte tauchen auf, sie grinsen Gerald böse an.
„Wir müssen ihnen einmal kurz in den Arsch blicken, nicht dass sie noch ein Klappmesser dabei haben und sich etwas antun.“
Also noch einmal. Gerald läst die Hose runter, sie vergewissern sich beide, dass er kein Klappmesser im Arsch hat und dann schicken sie ihn in die Zelle. Die Tür fällt ins Schloss, sie haben Gerald wenigstens die Handschellen abgenommen. Seine rechte Hand war eingeklemmt und schmerzt, er spürt den Daumen nicht mehr. Aber das wird schon wieder. Er sieht sich in der Zelle um, das Licht leuchtet die Wände grell an. Sie sind mit einer weissen Lackfarbe gestrichen, es ist ätzend monoton hier. In einer Ecke hat er ein Loch, in das er pinkeln kann, er muss sogar. Er stellt sich vor das Loch und pinkelt rein. Sein Vorgänger hat gut daneben gepisst. Er hat eine Bank, er setzt sich hin. Er ist fertig mit den Nerven. Natürlich wird ihn der Richter nicht mehr raus lassen, er wird in Haft gehen, da kann er sich sicher sein. Er hat Kiloweise Ganja hoch gezogen und verkauft und er befürchtet, dass sie ihm das nachweisen können. Sie wussten, wo und wann er mit Kalle und Herbert einen Deal durchzieht, sie haben sein Auto verwanzt, sie haben ihn beschattet, sie wissen, dass er und Lauren die Outdoorpflanzen geerntet haben, sie wissen über ihn, Pablo und Malten bescheid, sie haben seine ganze Wohnung hoch gehen lassen, sie haben ihn voll dran. Er braucht sich gar keine Hoffnungen mehr zu machen, da noch wieder raus zu kommen, er wird wohl die Nacht in U-Haft verbringen. Aber nicht nur das, er ist auch noch der Kopf der ganzen Geschichte, die werfen ihm Bandenkriminalität vor, das ist ein schwerer Vorwurf. Das heißt, dass er nicht mit einer Bewährungsstrafe rechnen braucht. Jankal konnten sie kein Bandenwesen nachweisen und ihn haben sie auch nicht auf Bewahrung raus gelassen. Gerald schnürt sich der Hals zu. Er muss an Anki denken, ob sie es schon weis? Er ist mit ihr verabredet gewesen, sie sitzt nun bestimmt da und ist wütend auf ihn. Er verkneift sich die Tränen, er wartet ab. Endlich wird er gerufen, es ist draussen schon lange dunkel, es ist bereits Nachts. Er wird in einen Raum geführt, zwei Personen kommen in den Raum, eine von beiden wird der Richter sein. Ein älterer Mann mit Halbglatze und ergrauten Haaren setzt sich vor ihm hin. Der andere Mann, er ist jünger setzt sich auf die Seite. Der ältere Mann sieht ihn an.
„Nun Herr Kandal, ich habe nun darüber zu entscheiden, ob wir sie in U-Haft nehmen. Wollen sie uns irgendetwas zu den Anschuldigungen sagen? Möchten sie sich äußern? Aber die Staatsanwaltschaft sitzt mit dabei, alles kann gegen sie verwendet werden.“
Gerald schluckt, sein Hals hat sich zugeschnürt. Mit schwacher Stimme spricht er.
„Ich kann dazu nur sagen, dass ich nichts Schlimmes gemacht habe.“
„Herr Kandal, sie haben massiv gegen das Gesetz verstoßen. Sie haben in nicht geringen Mengen Cannabis angebaut und vertrieben. Beides ist nach unseren Gesetzen strafbar und wird mit Haftstrafen geahndet. Das ist schon etwas Schlimmes, auch wenn sie das anders sehen. Ich sehe mich dazu gezwungen, sie in U-Haft zu nehmen. In Anbetracht des Ausmaß an ihren Verbrechen bleibt mir da gar nichts weiter über. Die Vernehmung ist damit beendet. Ich verabschiede mich.“
Der Richter und der Staatsanwalt stehen auf und verlassen den Raum. Zwei Beamte kommen herein, sie bringen ihn in einen Polizeiwagen und fahren mit ihm los. Gerald weis, wo es hingeht. Es geht zum Gefängnis. Sie fahren eine kurze Weile durch die Strassen, dann haben sie den Knast erreicht. Sie passieren die Schleuse und fahren auf das Gelände. Gerald wird von den Beamten aus dem Wagen gelassen und zum Eingang für Häftlinge geführt. Die Beamten übergeben ihn, die anderen Beamten führen ihn zu einem kleinen Büro hinter Glas, sie fragen, auf welche Zelle er kommt. Der Beamte hinter dem Glas tippt kurz in seinem Computer rum. Dann wird entschieden, dass er auf Zelle 13c kommt. Die Tür zu dem Flügel mit den Häftlingen öffnet sich, Gerald wird eingelassen. In der Mitte liegt ein Treppenhaus, zu beiden Seiten ist ein Gang mit Türen. Das Treppenhaus ist mit Netzen abgesichert, vermutlich wird man mal geschubst und kann somit nicht so tief fallen. Der Beamte bringt ihn zur Zelle. Er schliesst auf. Gerald schluckt, er wird in die Zelle gelassen, er steht in einem kleinen Raum, zur einen Wand steht das Doppelbett, zur anderen steht ein kleiner Schreibtisch. Neben der Tür ist die Toilette und das Waschbecken, es gibt einen Sichtschutz zum Raum. In dem Bett wälzt sich nun einer, er steht auf, macht die Schreibtischlampe an und sieht ihn an. Gerald ist geschockt, der Mann ist kräftig, er hat eine Glatze, eine Narbe ziert seinen Hals. Der Mann ist tätowiert. Nun brüllt er los.
„Was bist du für einer? Bist du ein Kinderschänder? Sprich, was bist du für einer?“
Gerald ist ganz klein, der Mann hat die rechte Hand gehoben, Gerald sieht in die Faust.
„Ich, ähm, ich bin ein Dealer.“
Der andere spricht nun normal und wird lockerer.
„Sag das doch gleich. Bin selber auf Stoff gewesen. Man, bin ich froh, dass du kein Kinderficker bist. Ich hätte dich jetzt solange durch gelassen, bis sie dich wieder weg gebracht hätten.“
Eine andere Stimme ertönt aus einer anderen Zelle.
„Ruhe, du scheiss Kinderficker, ich will pennen.“
Der Mann dreht sich ruckartig um, er springt an das Fenster, er hält sich an den Gitterstäben fest und zieht sich hoch, das Fenster befindet sich oben im Raum.
„Was hast du gesagt? Kinderficker? Ich komm gleich zu dir und zeig dir, wer ein Kinderficker ist. Dir schlag ich in die Fresse, kannst morgen deine Zähne raus scheissen. Verstanden?“
Es bleibt ruhig. Gerald ist fertig, das also ist U-Haft. Er sitzt mit einem Psychopaten auf einer Zelle, der Kerl ist ein irrer, er muss nun aufpassen, sonst bringt der ihn um. Der irre wendet sich wieder an ihn.
„Wenn du schwul bist oder so was, das kannst du gleich vergessen. Du packst mir einmal an den Arsch, dann reis ich dir den Sack ab, hast du das verstanden? Ich mach dich so fertig, du bringst dich selber um, kapiert?“
„Ich bin nicht schwul.“
„Was nicht ist kann hier noch werden. Geht schneller als man denkt. Wenn du den erst einmal drin gehabt hast kommst du ganz schnell auf den Geschmack. Hast du schon gefressen? Kannst ne Stulle haben.“
Gerald schluckt. Er will ihn nicht mal drinnen gehabt haben, da kann er drauf verzichten.
„Etwas zum Essen wäre nicht schlecht, die haben mir noch nichts gegeben.“
„Ist ein scheiss Verein. Die würden uns auf spalten halten, wenns erlaubt wäre. Mit Mehl würden die füttern, wenn sie dürften und reden würden die mit uns auch nicht mehr, jeder hätte einen Vieheshocker und wir müssten dann raten, was sie von uns wollen. Man, kannst zwei Scheiben haben, Butter hab ich auch noch aber mehr ist nicht drinnen. Kriegst erst morgen was zum Fressen. Kannst froh sein wenn die Schwuchtel dir gleich deine Klamotten rein bringt. Sag, hast du dir wenigstens noch was in den Arsch geschoben? Hast du was dabei? H?“
„Quatsch. Ausserdem sehen die mir alle fünf Minuten in den Arsch. Die sind voll schwul.“
Der andere lacht.
„Ja schon klar, weist du, die fassen uns zwar nicht an aber die müssen sich immer mächtig einen runter holen, besonders bei so hübschen wie dir.“
Gerald ist die beiden Brote, dann geht der Schlüssel in der Tür, der Beamte kommt rein, er hat ein ganzes Bündel an Decken und Sachen dabei.
„Hier, damit kommst du über die Nacht. Aber da wäre noch was, reine Routine. Stell dich bitte mal hier vor die Toilette und lassen die Hose runter. Ich muss nur kurz sicher stellen, dass du kein Handy dabei hast.“
Der andere Verbrecher grinst ihn an, Gerald gehorcht besser. Er stellt sich vor die Toilette und läst die Hosen runter. Der Beamte sieht ihm in den Arsch, ist zufrieden und geht. Gerald hat die Hosen wieder hoch gezogen. Der andere grinst noch immer.
„Hast ja einen hübschen Arsch, ich werd bestimmt die ganze Nacht von dir träumen, süßer.“
Gerald sagt nichts, er geht zu seinen Sachen, er legt die Decken auf das Bett, zieht die Schuhe aus und legt sich hin. Der andere legt sich auch wieder hin. Es wird inzwischen zwei oder drei Uhr sein. Gerald kann nicht schlafen. Er ist zwar fertig aber er kann nicht schlafen.
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